Trailer zum Film „Der Globus quietscht“

Der ganze Film kann wegen der Gema-Lizenzen leider nicht öffentlich gezeigt oder ins Internet gestellt werden – aber wenn ihn einer sehen will, sagt bescheid, dann öffnet mein Wohnzimmerkino für euch! 🙂

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Sie haben überlebt!

Nach zwei Wochen Ungewissheit habe  ich heute Morgen eine Mail von Kelson bekommen: Sie haben überlebt! Leider nur knapp und sie haben alles verloren und fast nichts zu essen. Aber Kelson hat schon wieder eine kleine Hütte gebaut und das macht mich sehr froh, denn es zeigt, dass sie die Hoffnung nicht aufgeben. Er hat mir auch Fotos geschickt (Lucys Handy scheint den Zyklon also auch überstanden zu haben! ;-)), die ich euch nicht vorenthalten will, auch wenn es traurig ist. Das Wichtigste ist ja, dass sie überlebt haben.

1) „Mein“ Baumhaus hat den Zyklon wie viele andere Hütten und Häuser auf Tanna leider nicht überstanden.

2) Kelson vor einer zerstörten Hütte.

Ich kann es nicht glauben

Gerade habe ich von dem entsetzlichen Zyklon auf Vanuatu, dem tollsten Land der Welt, gehört und kann es nicht glauben. Dass es diese wundervollen, lebensfrohen Menschen dort trifft ist so schrecklich. Wie es jetzt bei Kelson und Lucy aussieht, ob sie das überhaupt überlebt haben in den kleinen Dschungelhütten, all das mag ich mir gar nicht ausmalen. Nachrichten gibt es derzeit noch keine von der Insel Tanna, wo mein Baumhaus stand.

 

Der Globus quietscht – Highlights

Weiße Winterwelt

Gestern hab ich die Nacht zum Tag gemacht, äh, ich meine, den Tag zur Nacht! Für mich war nämlich spät abends, als ich – für die Isländer früh morgens – in Rejkjavik ankam. War aber noch zu aufgedreht und hungrig, bin also erstmal Geld abheben und einkaufen gegangen. Es war halb elf und immer noch dunkel. Vor allem aber war es eisekalt!!! Aber dafür ist hier eine wunderschöne, weiße Winterwelt.

Dann habe ich den Rest der fünf hellen Stunden verschlafen. Erst um 23 Uhr war ich halbwegs fit, aber da hatte die Rezeption längst zu, so musste ich mein Programm für heute selbst im Internet zusammenbuchen. Danach hab ich mich einfach wieder schlafen gelegt (obwohl für mich jetzt gefühlt Tag war) und relativ lang wach gelegen. Draußen hörte ich die ganze Zeit Feuerwerk. Da es die ganze Nacht durch so ging, fragte ich mich, was das sein kann (sehen konnte man nix). Das einzige Mal, dass ich sowas gehört hab, war bei dem Großbrand bei mir um die Ecke vor ein paar Monaten, bei dem Zeug in einer Lackfabrik explodiert ist. Ob hier auch ein Großbrand war? Martinshörner hörte ich aber keine. Oder vielleicht die Vulkane, fiel mir irgendwann ein? Aber der in Vanuatu hatte anders geklungen. Würde man das hören, wenn die Steine rausschleudern? War echt neugierig, aber konnte mitten in der Nacht ja keinen fragen. Erst am nächsten Tag erfuhr ich: Es waren tatsächlich bloß Feuerwerkskörper, die hier viele noch von Silvester übrig haben (da wohl mieses Wetter war).

Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen, was super ist, denn so habe ich quasi vorgeschlafen und den Tag heute gut überstanden.

Bin also heute relativ fit um halb neun aus’m Haus und war ziemlich gespannt, ob mich da jetzt wirklich ein Bus abholen kommt, da ich das ja nur wenige Stunden zuvor gebucht hatte. Ich hatte sicherheitshalber meine Strumpfhose, meine Dreiviertelhose und meine Stoffhose plus Socken übereinander angezogen. Als ich raus ging, dachte ich: „Mist, ich hab vergessen, die Stoffhose drüberzuziehen!“ Kurzer Blick nach unten: Nee, fühlte sich nur so an – so eisig war es!! Das mit der Bustour klappte tatsächlich, und so ging es auf zum „Golden Circle“ (die Standard-Touri-Tour hier; Gletscher hätte ich spannender gefunden, aber bei der Kälte und mit Turnschuhen eher nich…).

Im Dunkeln fuhren wir durch weite Schneefelder. Die lange Dunkelheit hat ja den Vorteil, dass die Chancen, Nordlichter zu sehen, wachsen. Leider war es aber komplett bewölkt. Erster Stopp war ein Tomatengewächshaus. Nicht gerade spannend, hab mir lieber die schöne Winterlandschaft drumherum angesehen. Ätzenderweise waren wir mit drei komplett gefüllten, großen Reisebussen unterwegs. Jetzt weiß ich, wie das auf ner Kreuzfahrt sein muss.

Der zweite Stopp war der Geysir „Strokkur“. Mittlerweile bin ich ja – rein erfahrungstechnisch gesehen – schon eine Geothermieexpertin; die dampfenden und bubbelnden Stellen glichen denen in Rotorua (NZ) und auf Hawaii. Auch hier gab es farbige Seen, nicht so groß und spektakulär wie in Neuseeland, dafür aber war der Geysir „echt“ – der „Lady Knox Geysir“ in Rotorua war zu meiner großen Enttäuschung künstlich mit Seife (angeblich umweltfreundlicher) zum sprudeln angeregt worden. Der Strokkur hier aber bricht etwa drei Mal die Stunde natürlich aus, und so ist es spannend (und ziemlich kalt!), drauf zu warten, wann es soweit ist. Ich wusste es allerdings schon Sekunden vorher; nicht, dass ich jetzt sooo erfahren wäre, nein, es war mir klar, dass er jetzt gleich ausbricht, als ich die Speicherkarte meines Fotoapperates wechseln musste…

Dritter Halt war an einem Wasserfall. Hatte da keine großen Erwartungen, sah aber tatsächlich toll aus mit dem bläulichen, klaren Wasser in der weißen Winterlandschaft. Es war aber so eine arktische Kälte (angeblich nur etwas kühler als die hier üblichen minus drei Grad, fühlte sichvdurch den Wind aber mindestens wie minus zehn Grad an), dass ich wie alle nur schnell vermummt hingestapft bin, klack, klack, Foto im Kasten, schnell wieder zurück ins überfüllte aber warme Bistro mit – wie die aus der Schwitz stammende Reiseführerin so schön übersetzte – mit „Geschenkartikel-Laden“.

Der letzte Stopp sollte irgend ein komisches früheres Parlament sein. Der Weg dorthin durch die von der schon wieder untergehenden Sonne beleuchteten Schnee-Berglandschaft war sehr schön. Kurzweilig sowieso, wie so oft quatschte ich mit einem interessanten Gesprächspartner. Diesmal war es Dave aus Washinton, circa 70 Jahre alt, Russland- und Reisefan, der meine Meinung zu allen möglichen politischen Themen wissen wollte (Wieso die Demoktatie in Argentinien den Bach runtergehe? Was ich von Putin halte? etc). Das Parlament entpuppte sich dann als kurzer 30-minütiger Spaziergang auf einen Hügel in märchenhafter Kulisse (zu der auch ein süßes, historisches Parlamentsgebäude gehörte): Die weißen Berge spiegelten sich in einem Fluss und in dem See, in den er führte, deren Oberflächen in der untergehenden Sonne einen orangefarbenen Glanz reflektierten. Einfach toll! Vielleicht war das der Moment, in dem ich mich ein bisschen in das Land verliebt habe. Einziger Wehrmutstropfen: Die Herrscharen von Touristen, die mit mir diesen Weg entlangpilgerten – rund 200 Leute mindestens.

Gegen Fünf war ich zurück, doch ich hatte noch was gebucht: die „Blaue Lagune“, natürlich, wer da nicht drin schwimmen war, war nicht in Island, heißt es. Nun gut, die ist schweineteuer (35 Euro Eintritt plus 20 Euro für die Busfahrt) und ne 45-minütige Fahrt weit weg. Ich war ja auch leider im Dunkeln da (vielleicht ist es schöner, wenn man das hellblaue, dampfende Wasser sieht?), also alles in allem fand ich das jetzt nicht so viel besser als eben ein gewöhnliches Thermalbad.

Nachtrag: Um Mitternacht bin ich dann zufrieden und müde in mein Bett geplumpst – nur um drei Stunden später wieder aufzustehen! Und jetzt bin ich schon im Bus zum Flughafen, für meinen (allerletzten) Heimflug! Ich freue mich auf zuhause und vor allem auf meine Eltern, die holen mich ab!

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Seattle: Verzweifelte Obdachlose

In aller Herrgottsfrühe kam ich in Seattle an. Ein Mann, ca. 60 Jahre alt, der mir fast den kompletten Flug über aus seinem Leben erzählt hatte (die Scheidung von seiner angeblich psychisch kranken Frau, wie er ein Drehbuch mit Robert Downey geschrieben habe, das wegen dessen Drogenproblem nie verfilmt wurde, wie er sein Haus gebaut und später renoviert habe…) wollte mich unbedingt noch bis zum Hostel bringen. Das fand ich etwas komisch, er schien mir aber harmlos zu sein. War dann auch so: Er wollte anscheinend nur noch mehr Zeit haben, mir aus seinem Leben zu erzählen… Ich weiß zwar nicht, ob das alles so stimmte, unterhaltsam war’s aber allemal. 😄

Leider machte im Hostel (das ich unter anderem wegen der 24-Stunden-Rezeption ausgewählt und extra angeschrieben hatte, um mitzuteilen, dass ich schon gegen 6.30 Uhr aufkreuze) die Tür nicht auf. Aber in Amerika ist ja der nächste Starbucks (Kaffeeladen) nie weit, und auch wenn ich diese Ketten sonst meide, war ich in diesem Fall sehr froh, dass einer direkt gegenüber war und geöffnet hatte, so dass ich nicht in der Kälte warten musste. Eine Stunde später versuchte ich nochmal mein Glück und wurde reingelassen. Nach kurzer Diskussion (weil die ’ne ganze extra Nacht für’s frühe Einchecken berechnen wollten) bekam ich für einen kleinen Aufpreis sogar direkt ein Zimmer, wo ich schlafen konnte.

Am Nachmittag stand ich auf und schlenderte über einen Markt, den der Quasseltyp mir empfohlen hatte und der direkt neben dem Hostel war. Da lag ein etwas schaurig guckender, großer, breiter Fisch auf einem Fischstand, der fast vom Eis runterzufallen schien. Der sah auch so komisch, fast unecht aus. Ich starrte den an, und plötzlich bewegte der sich! Hab mich total erschrocken, nur um mich kurz später schlappzulachen, denn das war ein Plastikfisch an einer Schnur, mit dem die Marktschreier – wenn sich gerade einer drüberbeugt – ihre Kunden erschrecken!! Funktionierte bei einer Gruppe Mädels wenig später dann genauso gut wie bei mir…! Was für ein Spaß!!

Ich stieg über eine Treppe runter zur Uferpromenade, wo die Sonne schon wieder unterging. Wie die Zeit raste! Ich musste ja noch meine Hausaufgaben machen: Nämlich die billigste Winterjacke, die ich kriegen konnte, kaufen. Ich hab ja nur Sommersachen mitgenommen. In Seattle war es etwa 1 Grad Celsius, was mit Pulli plus Outdoorpulli plus Regenjacke noch gerade so erträglich war, aber in Island würde es noch kälter sein. Nun, wenn es keine Rolle spielt, ob das Teil passt, welches Material es ist und wie es aussieht, wird man erschreckend schnell (und unfassbar günstig) fündig: für rund 10 Euro kaufte ich eine etwas zu große Winterjacke im Bomberjacken-Style. Wenn ich dran denke, unter welchen Arbeitsbedingungen die wohl hergestellt wurde, wird mir schlecht, aber vielleicht macht sie wenigstens noch jemanden glücklich, wenn ich sie fast ungetragen in die Kleiderkammer gebe. Ich fand auch noch billige Handschuhe und ’ne Strumpfhose.

Inzwischen wurde es schon langsam dunkel und ich musste mich beeilen, weil ich auf den Tower, die bekannte „Spaceneedle“ Seattles wollte, bevor es komplett duster war. Vielleicht war es das schlechte Gewissen wegen der Billigjacke, oder aber die Tatsache, dass hier einfach auffällig viele und sehr hilfsbedürftige Obdachlose sind – ich konnte an diesem einen Typ mit einem halben Bein mit offener Wunde nicht einfach vorbeigehen. Ich gebe meist nur krassen Fällen was und nie Geld, weil ich eine mögliche Sucht nicht mitfinanzieren und lieber etwas wie Schokolade/ein Burger o.ä. schenken möchte, so dass derjenige eine Wertschätzung erfährt, die er vielleicht noch mehr braucht als Geld. Aber weil ich in Eile war, gab ich Geld und sagte dem Mann, dass ich ihm eigentlich etwas Schönes hätte kaufen wollen. Daraufhin fing er an, extrem rumzujammern und sagte, er brauche täglich Insulin und dies sei der schlimmste Tag in seinem Leben weil er noch nicht genug Geld hätte usw. Ich fühlte mich total unwohl und verabschiedete mich nach kurzem Bedauern schnell. Auch auf Hawaii gibt es extrem viele Obdachlose, was daran liegt, dass die extra dort hin geflogen werden!! Aber da es da warm ist fühlte ich mich nicht so schlecht damit. In Seattle dagegen geht man an vielen kranken, frierenden Menschen vorbei – unter anderen Umständen wäre das wohl unterlassene Hilfeleistung, aber wenn man hier jedem helfen würde, wäre das ein 24- Stunden-Job.

Als ich dann auf dem Tower war, gelang es mir, diese bedrückenden Gedanken zu verbannen und so konnte ich die schöne Aussicht genießen. Ich liebe es zu sehen, wie nach und nach die Lichter angehen. Über einer Bergkette am Horizont glühte der Himmel noch orange. Es war eine sehr romantische Stimmung – allerdings auch eisig kalt – da oben. Ich musste (natürlich!) an den Film „Schlaflos in Seattle“ denken.

Beim Runterfahren fuhr ich in einem anderen Lift als hoch: Es war ein gläserner Fahrstuhl, mit Glasboden! (Hoch hatte es eine Animation an der Aufzugdecke gegeben). Dadurch konnte ich nicht nur den Boden näherkommen sehen, sondern auch einen kurzen Blick auf ein Grundstück mit wunderschön beleuchteten, farbigen Glasskulpturen werfen. Ich wollte sie mir ansehen, doch der Eintritt war mir dann mit rund zwanzig Euro zu teuer, so dass ich dann nur „heimlich“ über’n Zaun ein paar Fotos davon knipste. 😉

Am nächsten Morgen hatte ich vor dem Abflug am Nachmittag noch etwas Zeit und schlenderte durch die eher unspektakuläre Altstadt zum Goldmuseum. Das war eher langweilig (ausgestellte Gegenstände und Dokumente hauptsächlich) aber der Eintritt war umsonst, so dass es für’s „einmal kurz durchlaufen“ ok war. Und dann ging es auch schon wieder zum Flughafen: Mein Flug zurück nach Europa stand an.

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Beginn der Rückreise

Hab diese Nacht unruhig geschlafen. Heute (jetzt gleich!) geht es nach Seattle. Das ist der erste Flug von meinem in drei Legs (Einzelflüge) aufgesplitteten Rückflug. Das ist ein komisches Gefühl. Diesen Sonntag werde ich schon wieder in meinem Bettchen schlafen (zumindest sofern ich die Flüge kriege und Ellajöllaschlachmichtot ruhig bleibt). Mein eigenes Bett! Groß, richtige Matratze, ruhiges Einzelzimmer ohne Schnarchen, Baulärm, Gepiepe, Gequatsche… mit eigenem Kühlschrank und Bad und sogar mit Balkon!! Die Luxussuit sozusagen. Privatsphäre: Das ist schon etwas, was man vermisst, wenn man meist ein Mehrbettzimmer hat. Und ich werde EUCH alle wiedersehen!! Aber es wird auch eisig sein (morgen in Seattle schon…). Und ich werde 1000 liegengebliebene Sachen dringend erledigen müssen. Und meine Probleme anpacken müssen… 😦 Wie schnell mich der Alltag wohl wiederhat? Werde ich es dann noch glauben können, dass ich heute bei ca 25 Grad am Waikiki-Beach surfen war? All das schießt mir durch den Kopf. Und noch viel mehr (Unsinn, wie: Soll ich die Weihnachtsdeko noch aufhängen?). Ich verlasse Hawaii mit gemischten Gefühlen. Einerseits war es sehr schön hier. Hawaii ist einfach was Besonderes, und ich hatte das Privileg, hier zu sein. Andererseits ärgere ich mich. Über mich: Weil ich zu wenig Zeit für Hawaii eingeplant habe und weil es mir nicht gelingt, mich einfach nur über das Tolle, was ich erleben durfte, zu freuen. Aber ich hatte auch Pech hier: Regen in Honululu, Wanderwege im Volcano NP wegen Sturm gesperrt, Straße zum Observatorium wegen Schnee gesperrt, aktiver Lavafluss wegen Gefahr gesperrt, kein Lavafluss mehr ins Meer, Schildkröten-Strand hat zu, längere Automiete bei derzeitigen Hochpreisen von 140$/120€ pro Tag nicht finanzierbar.

Da gibt’s nur eins: Ich muss wohl irgendwann nochmal wiederkommen! Wer kommt mit???

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